Geldentschädigung und schmerzensgeld bei intimbildern und nacktbildern

Immer wieder stellt sich die Frage, ob und wenn ja in welcher Höhe bei erheblichen Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts eine Geldentschädigung, gelegentlich auch als Schmerzensgeld bezeichnet, zu zahlen ist. Wir haben auf der Unterseite Nacktbilder löschen bereits dargestellt, welche Ansprüche Betroffenen bei der Veröffentlichung von Nackt- und Intimbildern zustehen. Dabei wurden auch einige Entscheidungen zur Geldentschädigung dargestellt.

Zur besseren Übersichtlichkeit wollen wir zusätzlich an dieser Stelle auf einer eigenen Unterseite in unregelmäßigen Abständen Urteile vorstellen, in denen es um die Geldentschädigung bzw. ein Schmerzensgeld im Falle von Intim- bzw. Nacktbildern geht.

Landgericht Hamburg, Urteil vom 20.07.2001, Az.: 324 O 68/01: DM 150.000,00 für Nacktbilder von Hera Lind

Insgesamt DM 150.000,00 sprach das Hamburger Landgericht im Jahr 2001 der Schrifstellerin Hera Lind zu. Von dieser waren Nacktfotos mit ihren Kindern und ihrem Lebensgefährten an einem entlegenen Strand in einer Zeitschrift abgedruckt worden. Die Bilder waren dabei heimlich aufgenommen worden. Eines der Intimbilder war dabei auf der Titelseite der Zeitschrift abgedruckt worden. Hera Lind klagte, nachdem sie dem Verlag zunächst im Wege der einstweiligen Verfügung untersagt hatte, die Lichtbilder abzudrucken, auf Zahlung einer Geldentschädigung in Höhe von mindestens DM 250.000,00. Der beklagte Verlag erkannte DM 25.000,00 an. Das Landgericht Hamburg verurteilte den Verlag über das Anerkenntnis hinaus zur Zahlung von weiteren DM 125.000,00, insgesamt also zu DM 150.000,00.

LG Berlin, Urteil vom 11.12.2001, Az.: 27 O 461/01: DM 150.000,00 für Tochter von Caroline von Monaco für Paparazzi-Bilder

Bei diesem aufsehenerregenden Verfahren wurde der Verlag, der die beiden Zeitschrifen "Die Aktuelle" und "Die Zwei" vertreibt, zur Zahlung von DM 150.000,00 aufgrund der Veröffentlichtung von Paparazzi-Bildern verurteilt. In der Berufung vor dem Kammergericht Berlin wurde das Urteil zweitinstanzlich bestätigt. Bei den Bildern war die Klägerin Alexandra von Monaco, Tochter von Caroline von Monaco in sehr privaten Momenten zu sehen. Dabei ging es u.a. um Bilder, die heimlich aus großer Entfernung beim Verlassen der Geburtsklinik oder am Pool in Begleitung ihrer Eltern aufgenommen wurden. Die Klägerin, die zum Zeitpunkt des Klageverfahrens 3 1/2 Jahre alt und bei Veröffentlichung der Paparazzi-Bilder noch um einiges jünger war, erhob Klage und begehrte neben der Unterlassung eine Geldentschädigung. Sowohl Landgericht als auch Kammergericht Berlin sahen eine erhebliche Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Klägerin, da deren Privat- bzw. Intimsphäre verletzt wurde. Hier wurde auch auf das noch sehr junge Alter der Klägerin abgestellt, die noch voll in ihrer frühkindlichen Entwicklung steht und daher besonders schutzwürdig ist. Die KLägerin war zum Teil nackt abgebildet, wie sie sich nackt am Strand bewegte. Die Veröffentlichung dieser Nacktbilder war daher auch geeignet, die Eltern-Kind-Beziehung zu stören. Zum anderen wurde auf den erheblichen Verbreitungsgrad der beiden auflagenstarken Zeitschriften verwiesen.

Die Klägerin hatte erstinstanzlich DM 300.000,00 als Geldentschädigung gefordert. Da die Klage zum Teil abgewiesen worden war, hatte die Klägerin auch einen Teil der Verfahrenskosten zu tragen. Die gegen das erstinstanzliche Urteil gerichtete Klage des Verlages war insgesamt nicht erfolgreich, weshalb der bekalgte Verlag die Kosten des Berufungsverfahrens vor dem KG Berlin zu tragen hatte. Die Bilder waren außer in den Zeitschriften des beklagten Verlages auch in anderen Zeitschriften abgebildet worden, auch hier war der Klägerin eine Geldentschädigung zugesprochen worden. Der beklagte Verlag hatte auch aus diesem Grunde eine Herabsetzung der Geldentschädigung gefordert, war jedoch bei Gericht mit diesem Argument nicht erfolgreich, da keine gemeinschaftliche Begehung der Persönlichkeitsrechtsverletzung erfolgt war.