Nacktbilder und intimbilder löschen

Wenn von einem selbst oder nahen Angehörigen Nacktbilder oder Intimbilder verbreitet oder im Internet veröffentlicht werden, ist das für alle Betroffenen erstmal ein großer Schock und es ist naturgemäß wichtig, die weitere Verbreitung - sofern möglich - so schnell wie möglich zu unterbinden und die Bilder löschen zu lassen. In den allermeisten Fällen ist die Person, die Nacktbilder bzw. Intimbilder weitergegeben hat, klar einzugrenzen, da solche Bilder in der Regel nur einer bestimmten Person bzw. nur wenigen Personen durch die abgebildete Person zugänglich gemacht wurden. Nach unserer Erfahrung trifft die unerlaubte Verbreitung und Veröffentlichung von Nacktbildern bzw. Intimbildern vor allem Frauen, wobei es auch Fälle gibt, in denen Männer die Opfer sind.

Wie kommen Nackt- bzw. Intimbilder überhaupt ins Netz?

Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Auch wenn immer wieder gewarnt wird, intime Aufnahmen von sich an Dritte weiterzugeben, ist die Liebe oft blind und viele denken nicht weiter nach, wenn sie nach Nacktbildern von sich gefragt werden. In unserer täglichen Praxis erleben wir beispielsweise häufig Fälle, bei denen Internetbekanntschaften Nacktbilder austauschen, teils weil dies bei beiden Beteiligten üblich ist, teils weil einer der Beteiligten dies vom anderen wünscht oder fordert. In vielen Fällen betrifft dies Minderjährige oder junge Erwachsene, die (noch) keine schlechten Erfahrungen hiermit gemacht haben und schlichtweg nicht nachdenken, bevor sie Nacktbilder bzw. Intimbilder von sich verschicken. Besonders unangenehm wird es insbesondere bei Minderjährigen, deren Eltern ihnen verboten hatten, Nacktbilder bzw. Intimbilder zu verschicken und die dann den Eltern beichten müssen, dass sie doch derartige Bilder angefertigt und an die Internetliebe verschickt hatten und diese Bilder nunmehr im Internet auftauchen. Dass die Bilder nunmehr entgegen der Absprache oder jedenfalls ohne Einwilligung an Dritte weitergegeben oder aber ins Internet gestellt werden, hat oftmals die unterschiedlichsten Gründe. Wir hatten in unserer anwaltlichen Praxis Fälle, in denen die die ehemaligen Partner bzw. Internetbekanntschaften nach dem Ende der Beziehung bzw. Affäre aus Verärgerung Nackt- bzw. Intimbilder ins Netz gestellt hatten. Es gab auch Fälle, in denen Männer mit ihren hübschen Ex-Freundinnen "protzen" wollten und sich dabei nicht zu schade waren, auch Nacktbilder bzw. Intimbilder ins Netz zu stellen. Über die Folgen für die Betroffenen dürften sich dabei die wenigsten Täter Gedanken machen. Es gibt auch immer wieder Fälle von "Hacks", in denen die Bildschirmkamera ohne Wissen des Nutzers aktiviert und hierdurch Aufnahmen angefertigt werden.

In vielen Fällen bemerken die Opfer nicht einmal, dass derartige Bilder von Ihnen im Internet landen. Wenn man dann solche Bilder von sicht entdeckt, oftmals durch Hinweise aus dem Bekanntenkreis, ist der Schock natürlich groß. Die Nacktbilder bzw. Intimbilder sind dabei auf den unterschiedlichsten Internetseiten zu finden. Zum einen werden Intimbilder bzw. Nacktbilder auf "einschlägigen" Seiten eingestellt, wobei auch dies unterschiedliche Gründe haben kann. Wir hatten kürzlich den weiblichen Teil eines Sadomaso-Pärchens vertreten, welches sich über das Internet kennengelernt hatte. In der Folge gab es einige Treffen der beiden, wobei auch Nacktbilder in der Natur aufgenommen wurden. Nach dem Ende der Affäre stellte der männliche Teil einige Nacktbilder der Frau auf einer einschlägigen Sadomaso-Seite ins Netz, wobei die Bilder nur diejenigen registrierten Nutzer der Sadomaso-Seite sehen konnten, er vorher als Freunde der Seite markiert hatte. Auf eine Abmahnung durch uns behauptete er, es sei zwischen den beiden abgesprochen gewesen, dass er diese Bilder dort einstellen durfte. Dies war natürlich nicht der Fall und letztlich gab er auch die geforderte Unterlassungserklärung ab und zahlte eine Geldentschädigung. Die Nacktbilder hatte er wohl eingestellt, um mit seiner hübschen Affäre zu prahlen. Eine andere Mandantin unserer Kanzlei hatte von einem Bekannten einen Hinweis bekommen, dass zur Bewerbung einer Pornoseite ein Kurzvideo benutzt wurde, in welchem sie zu sehen war. Sie schaute sich das Video anschauen und musste zu ihrem Entsetzen feststellen, dass der Mann, mit welchem sie eine Zeitlang eine Affäre gehabt hatte, heimlich ein Video von ihr beim Sex angefertigt hatte. In einem anderen Fall hatte eine von unserer Kanzlei vertretene Mandantin einer Internetbekanntschaft zwei Intimbilder geschickt und musste später feststellen, dass der Mann diese beiden Intimbilder kurze Zeit später bei Instagram eingestellt hatte. Er hatte hierzu einen Fake-Account bei Instagram angelegt und hierbei auch den Vornamen der Mandantin verwendet. Einen Link zu dem Instagram-Account und den beiden Intimbildern hatte er darauf dem Vater der Mandantin geschickt, der die beiden Intimbilder seiner Tochter noch sah und auch Screenshots anfertigte, bevor der Fake-Account (wohl aufgrund eines Verstoßes durch die Instagram-Richtlinien durch Instagram selbst) gelöscht wurde.